Gedicht 2012: Provence

Hin und wieder ist es wichtig,
und das scheint uns auch ganz richtig,
dass man Hildesheim verlässt –
diesmal Richtung West – Süd – West -
in das Nachbarland La France,
Hauptziel hier war die Provence.

Ja, für sonst Italophile
bietet Frankreich schöne Ziele.
Auch der Präsident der DIG
fand die Reise hierher chic.
Selbst aus Gommern in der Ferne
bucht man solche Fahrt sehr gerne.

Gruppe pünktlich, nett und heiter,
keiner braucht ‘ nen Blitzableiter.
Nach und nach lernt man sich kennen,
kann dann auch die Namen nennen,
keine festgelegten Grüppchen,
niemand kocht sein eignes Süppchen.

Reiseleitung Frau Tasiaux –
das heißt: Reisen mit Niveau.
Überall gibt’s viel Kultur,
Landschaft, Bauten, Bräuche pur,
nicht zuletzt das leck’re Essen –
dass wir das nur nicht vergessen!
Meist entlang des Flusses Rhone,
dass der Ausflug sich auch lohne.

Rudi meistert seinen Bus,
sorgt für leiblichen Genuss;
mit den Würstchen und Getränken
kann er vielen Freude schenken.
Immer freundlich und gelassen
steuert er durch engste Gassen.
Städte können wir gut seh’n,
ohne allzu viel zu geh’n.

Tagelang führt uns Susan
kompetent an Kunst heran,
bei den Römern, Griechen, Kelten
zeigt sie uns ganz neue Welten,
Straßenbau und Stadtverwaltung –
alles römische Gestaltung.
In Theatern und Arenen
stillt man der Bevölk’rung Sehnen,
die bei Brot und Spielen tobt
und dafür den Caesar lobt.

Doch auch Landschaft, Ackerbau
präsentiert uns diese Frau:
alte Städte, junge Weine –
beides fuhr uns in die Beine.

Lichtdurchflutet die Provence
von der Rhône bis zur Durance.
Roussillon, das Dorf, das schöne,
fasziniert durch Ockertöne.
Alles duftet nach Lavendel –
ob in Seife, Öl und candle;
köstlich würzt das Fleur de Sel –
einige fahr‘n Karussell.

Erster Zwischenstopp Dijon,
auf Orange folgt Avignon
mit dem Papstpalast und Brücke,
- letztere hat jetzt ‘ne Lücke! -
früher tanzte man hier Reigen,
heute die Zikaden geigen.

Arles ist unser Standquartier,
also starten wir von hier.
Meistens doch recht früh am Morgen
da beginnen schon die Sorgen,
doch Susan, die blonde, nette,
weist den Weg uns zur Toilette.

Pont du Gard und Nimes, Le Baux,
solcher Anblick stimmt uns froh.
In Marseille der alte Hafen,
wo auf Griechen Punier trafen.
Weiter an der Küste dort
nach Cassis, dem Fischerort.
Von Calanque zu Calanqu‘
fahr’n wir mit dem Boot entlang.
In Vaucluse an tiefer Stelle
strömt viel Wasser aus der Quelle
unterhalb des Mont Ventoux -
dieser Berg gehört dazu.
Hoch ins schöne Bergdorf Gordes,
einmal durch, gleich wieder fort.

Arles, das alte Römerstädtchen,
ist bekannt für schöne Mädchen;
trotz Arena, St-Trophime
zieht es uns nach Süden hin
ins ummauerte Aigues-Morte;
weiter geht es dann von dort.
Rosa Vögel, weiße Pferde
schwarze Stiere in der Herde
sehen wir in der Camargue,
flache Landschaft, öd und karg,
sumpf’ger Grund bedeckt mit Queller.
Rudi fährt uns immer schneller
Richtung Meer zu den Marien,
wo die Sinti/ Roma knien.

Bootsfahrt auf Kanal midi,
traumhaft schöne Kahnpartie
Schleusenabgang dann zum Ende
acht der Stufen, Tore, Wände
bringt uns siebzehn Meter‘runter,
ja, das macht die Gruppe munter.

Abschluss am Bassin de Thau,
bummeln, baden sowieso,
Austernmuscheln weit und breit
sind in Netzen aufgereiht.

Dann Grenoble, letzter Halt,
noch recht warm und gar nicht kalt;
rauf zum tollen Panorama –
mit der Seilbahn war’s kein Drama.
Hier ist also Endstation,
einige packt’s Heimweh schon;
kommt die Heimfahrt dann, die lange,
wird’s so manchem angst und bange,
doch ist das erst überstanden,
schnell sind wir in Heimatlanden.

Tolle Fahrt, Frau Tasiaux!
Machen Sie doch weiter so!
Uns’retwegen auch mit Otto
nächstens unter andrem Motto.
Und so heißt es jetzt zum Schluss,
weil man Abschied nehmen muss:
Herzlichst sagen Ihnen Dank
Mitfahr-Eheleute Blank.

von E.,M. Blank