Gedicht 2016: Rügen

Hin und wieder ist es richtig,
(dieses Mal besonders wichtig,
weil es ‘ne Geburtstagstour,
Nostalgie und Heimat pur)
dass man reist im eig‘nen Land
an der Ostseeküste Rand.

Auch der Dichter ist’s zufrieden,
Zielpunkt gut zum Verseschmieden,
anvisiert ist nämlich Rügen –
das nun nicht in vollen Zügen,
sondern ganz bequem mit Bus,
den der Wolfgang steuern muss,
seine Gattin, die Susanne
liebt die Insel volle Kanne!
Also bringt gelassen, heiter
Gatte ohne Stau uns weiter.

Uns’re Gruppe ist schön klein,
Fremde wollten auch mit rein,
hatten Koffer schon im Raum:
„Ja, das wär‘ wohl euer Traum!
Wir, wir fahren jetzt nach Rügen,
müsst euch anderswo vergnügen!“
Wir sind auf Geburtstagstour,
besser als ‘ne Wellnesskur.

Alles liebe, nette Gäste
sind geladen zu dem Feste:
Reisende aus vielen Jahren,
Freunde sind auch mitgefahren,
Weggefährten und Verwandte,
auf der Insel Eltern, Tante.

Frühstück gleich am Bus, das schmeckt,
erst die Brötchen, dann der Sekt,
später noch Finlandia
(Eingeweihte wissen ja…. )
und da kommt sie schon die Brücke
von Stralsund quert sie die Lücke.
Rechts Alleen und links Allee
zwischendurch ein Stückchen See
Bodden wird das hier genannt,
zieh‘n sich übers ganze Land.

Putbus – weiße Rosenstadt –
Obelisk und Zirkus hat;
Lauterbach mit kleinem Hafen,
heute wirkt er fast verschlafen.

Bergen heißt der nächste Ort,
Frau Balitzki kommt von dort;
Standquartier im Schlosshotel,
Lage ist exzeptionell,
Ralswiek ist das Dorf benannt,
Störtebeker macht‘s bekannt.

Nächsten Tag auf Inselfahrt,
Landschaft mit Kultur gepaart,
Ingrid zeigt uns kompetent
vieles hier an Deutschlands End;
auch, wenn’s noch nicht ganz so heiß,
gibt’s im Fähreck erstmal Eis.
Fahr’n nach Wittow dann per Schiff,
gibt dem Tag den ersten Schliff.
Nach Arkona zu den Türmen –
weisen leuchtend Weg in Stürmen;
in der Nähe Häfchen Vitt
(nur am Strand geh’n, das macht fit!).
Buchenriesen weit und breit,
Königsstuhl aus Kreidezeit
blendend weißes Urgestein,
C. D. Friedrich fällt uns ein,
gibt’s die Felsen auch nicht mehr
doch die Stimmung, die gibt’s her.
Spiel von Schatten und von Licht
bietet uns Viktoriasicht.

Noch ‘ne weitere Facette
- eine ganz besonders nette -
Kaffeepause gleich am Bus,
Mamas Kuchen, ein Genuss!

Sassnitz steht für heut am Ende,
hübsches Hafen-Fähr-Gelände
neu’re Stadt mit altem Kern,
dran erinnert man sich gern.

Mittwoch geht‘ nach Neu Mukran,
große Pötte landen an;
Prora – Gigantismus pur
in der schönen Strandnatur;
rasend fährt der Roland lang,
die Geschwindigkeit macht bang!

Nächster Kurort heißt Sellin
(Bäderbaukunst-Synonym),
Himmelsleiter auf und nieder
stärkt die Lunge, Herz und Glieder.

Bummel auf der Meeresbrück‘,
Fahrstuhl bringt uns schnell zurück.

Südlich östlich schmales Land
Mönchgut ist das Band benannt,
Moore, Wälder, Einsamkeit,
in den Dörfchen steht die Zeit,
rechts der Bodden, links das Meer –
Unterscheidung fällt uns schwer.

Ralswiek zeigt am Abend dann,
was es alles bieten kann:
Schauspiel über „Stürz den Becher“,
Meeresräuber, Witwenrächer.
Freilichtbühne grandios,
Pyrotechnik wirklich groß!
Pferd und Kutsche auf der Bühne,
meistens geht’s um Schuld und Sühne.
Stuntmen fallen mit der Leiter,
brennend läuft da einer weiter,
Feuerwerk und Lichteffekt
machen Illusion perfekt.

Die wird morgens uns genommen,
Backstageführung wir bekommen.
All die Mauern, Kneipen, Festen
Plaste, Pappmaché vom Besten;
hier ‘ne Leitung, da ein Rohr –
manches kommt uns spanisch vor.
Wieviel Leute, Fakten, Daten
Vetter Andi kann’s verraten.

Ehrentag heut‘ für die Suse
unsre Reiseplanermuse;
nach dem Lied – gehört mit Rührung –
übernimmt jetzt sie die Führung.

Binz ist wieder ganz mondän,
Villen gibt es hier zu sehn!
Türmchen, Schnörkel am Balkon
Deutschlands Ostseebadsalon,
viele Leute, viel zu kaufen,
feiner Sand zum Barfußlaufen.

Dann auf Karl sein’m Erdbeerhof
steigt der erste Teil vom Schwof,
leck’res Kaffeetrinken, Kuchen –
solche Stücke muss man suchen!
Riesenscheune voll mit Sachen,
die den meisten Freude machen;
Tausende von Kaffeekannen
(andre sammeln Badewannen),
Kreide für die müden Füße
(Söhlde schickt uns beste Grüße!),
Erdbeersachen aller Arten
kann man hier getrost erwarten,
Erdbeerbratwurst gibt’s sogar:
„Soll’n wir kaufen?“ „Ja, na klar!“

Festschmaus am Geburtstagsabend,
lecker, köstlich Gaumen labend.
Suse hält uns alle frei,
Gastfreundschaft ist das hoch drei!

Freitag geht’s dann doch schon heim,
leise Wehmut stellt sich ein,
was für herrlich schöne Tage
sommerlicher Wetterlage.
Stadt und Bodden, Strand und Meer –
sicher komm’n wir wieder her.
Suse, das war wundervoll,
alles ohne Makel toll!
Mach so weiter wie bisher,
darauf hoffen alle sehr

und für alle sagen Dank
Ellen und auch Manfred Blank

von E.,M. Blank